Selbständigkeit! Aber wie?

Wie läuft das mit der Selbstständigkeit und so? Erste Fragen, erste Antworten.

Zunächst ist es wichtig, als was du firmieren willst. Willst du eine Beratungspraxis, ein Dozentenbüro oder dergleichen? Dann brauchst du eine Bezeichnung. Ich z. B. tituliere meine Firmierung “Pädagogische Praxis”. Suche dir als erstes eine griffige Bezeichnung (Firmierung) für das, was du tun willst, ein Logo und eine Art Tätigkeitsbeschreibung.

Es ist ja so, dass man dann als Freiberufler zunächst beim Finanzamt eine Freiberuflichkeit angibt. Am besten zu Beginn nach der Kleinunternehmerregelung § 19 des Umsatzsteuergesetzes, nach der du bis zu 22000,- EURO per anno steuerfrei verdienen darfst. Das macht am Anfang Sinn, weil man sich sukzessive selbstständig machen sollte (wenn das Geschäft noch nicht vollständig „brummt“), also am Anfang noch eine Halbtagsstelle in Sozialversicherungspflicht inne haben sollte, damit man über die Runden kommt (weil man von 22000.- EURO/anno allein nicht leben kann). Hier heißt es, einmal im Jahr die Einkommensteuererklärung machen.

Erst wenn man deutlich über diese Grenze hinaus kommt, gibt man beim Finanzamt an, dass man nicht mehr nach §19 UstG tätig ist und man muss seine Einnahmen-Ausgaben-Rechnungen jeweils einmal am Ende eines Monats zum FA schicken (das kann man entweder selbst machen oder per Steuerberater, der dann dafür zwischen 100.- bis 200.- EURO möchte – ich mache das lieber selbst).

Sich wirklich vollständig selbstständig zu machen benötigt eine Voraussetzung: Regelmäßige einnahmen entweder durch Auftraggeber (Bildungsinstitute etc.) oder einen festen Kundenstamm (Beratungs- oder Seminarkunden). Anders geht es nicht und man muss immer wieder sozialversicherungspflichtig dazu verdienen (es sei denn, man hat einen Partner, der dazuverdient und den Aufbau der Freiberuflichkeit auf §19-Basis mit unterstützt).

So, nun zum Kern der Sache: Geld verdienen – was tun?

Bei externen Bildungsträgern als Auftragnehmer:

1. Als Dozentin/Lehrbeauftragte (hier alle in Frage kommenden Bildungsinstitute nachfragen, und dich als freie Dozentin in bestimmten Bereichen vorstellen/bewerben – z. B. Seminare, Webinare, Sprech- und Beratungsstunden).

2. Als Beraterin: (hier beispielsweise Familienberatungs-, Erziehungsberatungsstellen oder andere ansprechen, und dich als freie Beraterin vorstellen/bewerben).

3. Als Bildungsreferentin (hier bei den Kommunen – Dezernate/Abteilungen Bildung, Soziales, Familie etc. – nachfragen, ob du eine Tätigkeit als Koordinatorin/Bildungsreferentin bekommen könntest: Hier hältst du Vorträge, berätst Beratungs- und Bildungsstätten etc.).

4. Als Entwickler/in für Bildungsprogramme (hier alle in Frage kommenden Bildungsträger ansprechen, ob du Lernmaterialien erstellen darfst – Studienbriefe, Seminare, Webinare, Lernmaterialien aller Art, auch E-Learning).

Als Anbieterin eigener Produkte:

1. Eigene Seminare anbieten (bei Hotels o.ä. nach Räumlichkeiten nachfragen).

2. Eigene Webinare anbieten (bei Online-Plattformen registrieren, z. B. Edudip etc.).

3. Eigene Publikationen veröffentlichen (z. B. beim Grin-Verlag Hausarbeiten, Masterarbeit, eigene Fachbücher veröffentlichen).

4. Eigene Fachpublikationen bei Online- oder Printfachmagazinen anbieten (die bezahlen recht gut).

5. Vorträge bei Bildungsträgern oder Kommunen halten (das bringt auch gutes Geld).

Soweit das, was es als Möglichkeiten gibt, um Kunden bzw. Aufträge zu akquirieren.

Insgesamt bedarf es neben dieser Information vor allem einer guten Vorbereitung und konsequenten Umsetzung. Hierzu ist es möglich, entweder Bücher oder spezielle Seminare bzw. Coaches zu konsultieren.

Willst du mehr darüber wissen? Dann Schaue in mein Buch hinein „Praxisführung – Arbeitsbuch zur Gründung und Führung einer Praxis„.


(C) 2017 by Ralf-Peter Nungäßer